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Geschichte der Steinkunst

Die Tradition der Steinbearbeitung in Simbabwe läßt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals entstand Great Simbabwe - Siedlungskomplexe oder Herrschaftsresidenzen von gewaltigen Ausmaßen- deren Herkunft und Bedeutung bis heute unerforscht sind. Die Bauten aus dieser frühen Zeit zeugen von einer hochentwickelten Fertigkeit im Umgang mit Stein, die in dieser Form in Schwarzafrika unüblich war.

Simbabwe - ins Deutsche übersetzt - heißt "Haus aus Stein" und wenn man durch die weiten lichtdurchfluteten Ebenen, die fruchtbaren Täler und baumbestandenen Berge fährt, sind es immer wieder die gewaltigen Granitkegel in grotesken Formationen, die das Landschaftsbild bestimmen.

Erosion und große Temperatursprünge von bis zu 30 Grad am Tag haben die massiven Blöcke gespalten, modelliert und ihnen Gestalt verliehen - wie der Wind in den vorüberziehenden Wolken Gesichter und Figuren modelliert - jeder dieser Blöcke ist bereits eine Skulptur, die die Natur geschaffen hat.

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Die Menschen in dieser Landschaft - der Stamm der Shona - sind Ackerbauern und Viehzüchter seit tausenden von Jahren, sind geduldig, genügsam und sie haben Zeit !

Es war ein Engländer, der in den 50ger Jahren im wahrsten Sinne des Wortes "den Stein ins Rollen brachte".

Frank McEwen wurde 1956 zum Leiter der neuen Nationalgalerie in Salisbury im ehemaligen Rhodesien ernannt. Als er für die Eröffnung der neuen Galerie die wertvollen Gemälde alter Meister aus Europa an die Wände hängen ließ, erinnerte er sich an seine Studienzeit in Paris.

Damals, in den 20er Jahren hatte er selbst mit Picasso, Braque, Brancusi, Matisse und Leger und vielen anderen nach neuen Wegen und Ausdrucksformen in der Kunst gesucht und es ist ja allgemein bekannt, dass besonders für Picasso die Begegnung mit der ethnischen Kunst Afrikas zu einem wichtigen Meilenstein in seiner künstlerischen Entwicklung wurde.

Das ursprüngliche künstlerische Potential der schwarzen Menschen aufzuspüren und neu zu wecken, war ein faszinierender Gedanke.
Mc Ewens Überzeugung, daß wirkliche Kreativität angeboren und weder erlernbar noch anerzogen sondern Ausdruck des Geistes und der natürlichen Freude am Gestalten ist, basiert auf den Lehren von Gustave Moreau, der überholte akademische Regeln und verstaubte hemmende Techniken ablehnte und die individuelle visuelle Erfahrung, die den Geist durch das Auge erreicht, um das Unbewußte zu berühren, in den Vordergrund stellt.

Mc Ewen wurde zum Förderer und Lenker einer neuen Kunstrichtung, die in der Malerei und besonders im Bereich der Skulptur schon bald weltweit Aufsehen erregte. Die erste Ausstellung in der Nationalgalerie in Salesbury im Jahr 1962 fand bereits in der Londoner Presse eine sehr positive Resonanz.

1962 : The exhibition at Salisbury also devotes some attention to contemporary nontraditional art – painting and sculpture that seem to repay the compliment to Western art by espousing abstractionism or Rousseau-like primitivism. It also seems to cancel out the debt, with the result that African traditional art, after having helped shape the pattern for the West, has become a lost and forgotten art in its own land.
 
“The Dark Gift”
TIME MAGAZIN - 28.9.1962

Internationale Anerkennung fanden Bilder und Skulpturen aus der ersten Generation in den frühen 70er Jahren bei Ausstellungen im Musée Rodin in Paris und im Museum of Modern Art in New York und seitdem in vielen renommierten Galerien auf der ganzen Welt.

Weitere Stationen waren die EXPO 2000 in Hannover und die Biennale in Venedig sowie vielbeachtete Ausstellungen, z.B. im Palmengarten in Frankfurt und in München und Berlin.